Kerstin Berthmann
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HALTI – Das Kopfhalfter

 

Erziehungsinstrument an der kurzen Leine

Wenn ein Hund an der Leine zieht, dann ist das weder für den Menschen angenehm, noch für den Hund, denn das dauerhafte Ziehen kann sich mit der Zeit schädlich auf seinen Bewegungsapparat auswirken.

In starken Ablenkungssituationen reicht es doch oftmals nicht aus, mit Leckerli und Richtungswechsel den Hund zu motivieren an lockerer Leine neben uns zu gehen.

Auch sollte man nicht vergessen – Leinenführigkeit ist eines der schwierigsten Übungen für unseren Hund, es widerspricht seinen natürlichen Vorwärtsdrang!

In solchen Fällen kann ein Kopfhalfter zum Einsatz kommen.

Zunächst einmal sollte der Hund die Chance haben, sich damit vertraut zu machen. Dazu nutzen wir in einen ruhigen Moment, um dem Hund das Halfter ohne Hektik aufzusetzen – es sollte die richtige Größe vorher angepasst werden.

Der Hund soll es als positiv erleben, deshalb gibt es in Zusammenhang mit dem Halti immer viel Lob und Leckerli bzw. Spieleinheiten. Stimmungsübertragung trägt massiv dazu bei, ob der Hund das Halfter künftig gerne trägt oder ob er es „doof“ findet.

Er wird lediglich für das Tragen und Ignorieren gelobt. Aber Vorsicht! Loben sie ihn nicht wenn er anfängt zu schubbeln oder versucht sich das Halfter mit den Pfoten runterzustreifen – er wird sonst dieses Verhalten wiederholen!!

Bei den ersten Malen reichen ein paar Minuten pro Tag vollkommen aus, später steigern Sie langsam die Zeit, die der Hund das Halfter aufhat.

Erst nach der Eingewöhnungsphase können Sie die Leine einhängen. Dazu benötigen Sie eine Leine mit zwei Karabinerhacken. Der schwerere Hacken wird am Halsband befestigt, der andere am Halfter.

Suchen Sie bitte zu Beginn eine möglichst ablenkungsfreie Umgebung auf, um in Ruhe mit der Halfterführung vertraut zu werden.

Ziel ist, dass beide Hacken locker herunterhängen – keinesfalls sollte der Hund mit Zug am Halfter laufen. Bleibt er zu Beginn stehen, dann haben Sie ja zur Sicherheit die andere Leine am Halsband. Versuchen Sie bitte in einem solchen Fall, die Halfterleine zu lockern, und führen ihn über die Halsbandleine weiter. Hängen beide Leinen wieder durch, dann loben Sie ihren Hund bitte mit viel Stimme und Leckerli/Spiel. Zieht der Hund oder bellt ein beliebiges „Objekt“ an, dann kann man über Wendungen und Tempowechsel viel erreichen.

In Extremfällen“ kann man den Blickkontakt seines Hundes durch das Halfter erhalten, indem man sanft, aber bestimmt einwirkt.

Ein Hund darf mit Halti generell nur an kurzer Leine geführt werden, also niemals an Auszieh- oder Schleppleine. Das kann zu schweren Verletzungen führen!!!!

Es ist zwar ein bewährtes Hilfsmittel, kann aber sicherlich keine Wunder wirken. Der Erfolg hängt von unserer Konsequenten und korrekten Ausführung ab!. Wenn man sich für ein Training mit dem Kopfhalfter entscheidet, sollte Ihr Hund in nächster Zeit stets damit geführt werden, damit man vom Ziehen an der kurzen Leine völlig wegkommen kann. Das ist vergleichbar wie mit Stützrädern: Diese benutz man auch nur solange man unsicher ist, dann kann man sie allmählich abbauen. So ist es auch mit dem Halti.

 

Es ist immer ratsam, sich beim Einsatz des Kopfhalfters fachkundig beraten zu lassen!!!